Familie Mupfel geht auf große Reise

02.25.2017

Meine Eltern verreisen gerne und viel. Mit drei Kindern und Hund haben wir uns aber irgendwann eingependelt zwischen Italien und Holland – es war einfach zu schön und praktisch, um dies zu ändern. In meiner Jugend bin ich in fast jedes Land in Europa gekommen. Entweder mit meinem Chor, mit dem ich auf internationale Wettbewerbe oder auf Chor-Festivals gefahren bin oder durch Sitzungen des Europäischen Jugendparlaments. Beides endete leider mit meiner Schulzeit, aber dann begann ich mit meinem besten Freund Schnäppchenflüge zu buchen, sei es nur bis nach Polen oder bis nach Dubai.

Seit meinem Auslandssemester in Antwerpen, habe ich ständig Fernweh. Nicht nur nach fremden Orten, sondern auch nach fremden Menschen. Nach englisch sprechen, dem Zauber von Freund- und Bekanntschaften über Landesgrenzen hinaus. Ich habe nicht viel, was ich durch das Mamasein vermisse. Das Reisen, sei es ein zweites Auslandssemester oder sich Freitags spontan in den Bus setzen und nach Leipzig zum Feiern fahren, ist aber eines der Punkte, die mir wirklich fehlen.

Wir waren letztes Jahr vier Mal in Holland und hatten einen schönen Pauschalurlaub in der Türkei mit wundervollem Wetter. Aber dieses Jahr wollte ich mehr. Wie gut, dass zwei meiner besten Freunden gerade auf Weltreise sind.

Der Traum von Peru

Erst war es ein lockeres „ich komme euch besuchen, wenn es zeitlich passt“, dann verfestigte sich immer mehr der Wunsch, mit Malou an’s andere Ende der Welt zu fliegen. Ich checkte gemeinsam mit meinen Freunden Flüge, schaute nach Unterkünften und hatte einen Termin beim Kinder- und Tropenarzt. Ich habe Reiseblogs von Familien verschlungen, die auch durch Südamerika getourt sind. Schon immer hatte mich dieser Kontinent gereizt, noch viel eher als Asien. Ach, ich war voller Vorfreude.

Letztendlich musste ich mich aber – zumindest vorläufig – von diesem Traum verabschieden. Die Impfungen an sich (Tollwut, Cholera, Hepatitis A und Gelbfieber) wären kein Problem für Malou gewesen, das war meine größte Sorge. Heute sind die Impfstoffe aber sehr gut verträglich, egal ob für Erwachsene oder Kinder. Die fast 800 Euro dafür hätte ich vorstrecken müssen, aber von der Krankenkasse zurück bekommen. Allerdings wird Malous Neurodermitis im Moment immer mal wieder schlimmer und einen extremen Schub hatte sie nach der letzten MMR Impfung. Ich hatte große Sorge, dass die vielen Impfungen innerhalb weniger Wochen ihr und ihrer Haut zu sehr zusetzen würden.

Zusätzlich zu dieser Sorge kam, dass die Flugpreise schnell von 550 auf 750 stiegen und sich gleichzeitig meine Reisezeit immer weiter verkürzte. Aus den geplanten fünf Wochen wurden bald zweieinhalb: Papa Mupfel hat Anfang April Geburtstag und da meine Freunde noch auf dem Weg von Bogota nach Lima sind, hätte ich erst zum 20. sicher sein können, dass sie auch in Lima angekommen sind. Und 750 Euro für zwei 17 Stunden Flüge für nur nur weniger als drei Wochen? Hinzu kamen unverständige Verwandte („so ein kleines Kind mit an’s andere Ende der Welt nehmen?“), die mir viel Freude genommen habe. Das nächste Mal höre ich auf den Tip einer Familien- und Reisebloggerin: Erst Flüge buchen, dann Freunden und Verwandten davon erzählen.

Wohin mit meinem Fernweh?

Nun hatte ich aber die fünf Wochen für’s Reisen eingeplant. Hatte all‘ meine Verdienste vom Blog dafür beiseite gelegt und keinen Cent davon ausgegeben. Und mich so auf Malouchen in kurzer Hose und barfuß gefreut.

Also brauchte ich einen Plan B. Es sollte in meinem Plan B-Land warm sein, nicht zu teuer, viele schöne und ruhige Orte zum Besichtigen mit Kleinkind geben und möglichst mit unserem vollständigen Impfpass bereisbar sein. Letzteres schloss die bezahlbaren Fernflüge nach Asien und Südamerika aus, Australien war mir zu teuer und Nordamerika mit Malou auch nicht mein Wunschziel. Also blieb „nur“ noch Europa. Ich liebe Skandinavien, war dort aber schon und es ist sau teuer und mindestens so kalt wie hier im März. Im Süden fehlen mir nur noch Portugal und Griechenland und da ich schon lange nach Portugal wollte, habe ich mich schnell dafür entschieden.

Na gut, dachte ich, dann eben Portugal. Das wird jetzt nicht so schön und aufregend wie Peru mit meinen Freunden, aber hat sicher auch ganz schöne Ecken.

Eine Rundreise durch Portugals Süden

Mein erster Plan war, im Süden in Faro zu starten und dann die Küste hinauf bis Porto zu fahren. Als ich mich aber begann mit Portugal und seinen schönsten Orten zu beschäftigen merkte ich schnell, dass das in fünf Wochen unmöglich sein würde. Alleine an der Algarve im Süden gibt es so viele wunderschöne Orte zu besichtigen. Nach meinem ersten Abend war ich Feuer und Flamme und habe ganze Zettel mit Reiseideen vollgekritzelt.

Portugal hat nicht nur tolle Strände, sondern auch alte, verträumte Städte und riesige Nationalparks zu bieten. Ich freue mich so sehr auf die vier Wochen mit Malou und das Beste: 10 Tage davon begleitet uns Papa Mupfel, der nach Peru natürlich für die kurze Zeit nicht hätte mitfliegen können. 10 Tage gemeinsam durch die Algarve und dann mit dem Mietwagen hoch nach Lissabon. Wenn Papa Mupfel von da aus dann zurück an die Arbeit muss, verbringen Malou und ich zehn Tage in einem kleinen autarken Dorf. Dort wird alles selbst angebaut, es gibt alle erdenkliche Arten von Tieren und Forscher aus der ganzen Welt kommen um Projekte zu Nachhaltigkeit und Agrarwissenschaft zusammen aufzubauen. Wir leben in einer kleinen Steinhütte, haben dort aber nur unser Bett und nutzen die anderen Räume gemeinsam mit dem Team und den Forschern. Danach geht es über das Landesinnere zurück nach Faro.

Ich finde das hört sich nach einem ganz passablen Plan B an, oder? Wer noch Portugaltips für mich hat – immer her damit! Los geht es übrigens schon in zwei Wochen am 11. März.

Bildquelle: http://www.driftwoodjournals.com

2

5 Comments

  1. Julia sagt:

    Ich habe mich mit Aida in die Azoren (man kennt sie immer nur aus dem Wetterbericht) und in Madeira verliebt.
    Von Ponta Delgada aus gibt es Kulissen wir aus Herr der Ringe zu besichtigen, deren Natur man direkt mit Neuseeland assoziiert.
    Madeira und insbesondere Funchal ist so reich an atemberaubender Fauna, dass sie ihrem Namen „Blumeninsel“ mehr als nur gerecht wird.
    Wenn du kannst, flieg doch einfach mal rüber. Habe letztens noch nach Flügen auf die Azoren geschaut und die sind mit TAP unglaublich günstig.

    1. closerthanyesterday sagt:

      Danke, das klingt toll! Da schaue ich direkt mal nach 🙂

  2. Sabine sagt:

    Ich kann Madeira und die Azoren auch nur jeden ans Herz legen! Es ist so traumhaft schön dort. Wir starten im September das erste mal aufs Festland. Wir fliegen nach Lissabon und wollen dann nach foz do arelho. Dort gibt es eine wunderschöne Lagune die es uns angetan hat. Wir sind gespannt auf die Unterschiede zwischen den Inseln und dem Festland. Gute Reise und tolle Eindrücke!

  3. Pingback: Slow February -

Schreibe eine Nachricht

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.