Hallo KiTa Start – zwei Jahre Elternzeit und Selbstbetreuung enden

09.09.2017

Zwei Jahre habe ich bis auf ein paar Unikurse tagein, tagaus mit Malou verbracht. Auch wenn sie mal bei engen Bezugspersonen war, anfangs für eine Stunde, mittlerweile wenn es nach ihr geht auch gerne ganze Tage. Dann hatte ich das langgehend organisiert, geplant, integriert. Es waren immer Malou und ich, ich und Malou. Aus eins wurden zwei. Und abends und morgens und am Wochenende mit Papa Mupfel drei. Und was kommt jetzt?

Abenteuer KiTa

Keine „Fremdbetreuung“, keine Notlösung. Ich gebe mein Kind nicht zu fremden Leuten, sondern werde die nächsten Wochen gemeinsam mit ihr eine neue Umgebung kennen lernen. Ihr helfen sich eine sichere Bindung zu ihren ErzieherInnen aufzubauen, werde dabei immer ihr sicherer Hafen sein. Keine Hektik, keine Eile, kein Zwang. Keine Notlösung, weil ich auch noch zu Hause bleiben könnte. Noch ein Jahr oder sogar noch bis zur Einschulung. Will ich aber nicht.

Malou ist das einzige Kind weit und breit. Wir haben zwar Milo und Louis, Mila und Fritz. Aber während Fritz nach Berlin zieht gehen die anderen drei auch in die KiTa und die sozialen Beziehungen sind immer noch andere, wenn wir uns „nur“ gegenseitig besuchen. Das Eingliedern in die Gruppe wird ihr für ihre Entwicklung – so meine Ansicht – sehr helfen. Auf der anderen Seite glaube ich fest daran, dass es ihr auch Spaß machen wird. Ich denke, dass Malou sehr sicher gebunden ist, sie ist am Anfang vorsichtig, aber sonst selbstbewusst, neugierig, fröhlich. Auch ohne uns. Deshalb kann ich mir nur vorstellen, dass sie sich auch in der neuen Umgebung nicht alleingelassen fühlt und immer weiß, dass wir wieder kommen. Auch mit ihren zwei Jahren. Und dann bringt die KiTa mit den vielen anderen Kindern und der Spielumgebung so viel Schönes.

Gleichzeitig spielt in die Entscheidung aber auch mein Lebensweg. Ich bin mit meinem Studium fast fertig, 260 Stunden Praktikum und meine Bachelorarbeit warten aber noch. Beides kann ich erst in Angriff nehmen, wenn ich mindestens die Vormittage Zeit habe. Wäre ich mir unsicher, ob Malou den KiTa-Start schon schafft, hätte das sicher noch ein oder zwei Jahre warten können. Aber so möchte ich gerne endlich fertig werden und in den Beruf einsteigen. Bis zu meiner Approbation als Kinder- und Jugendpsychotherapeutin, liegt noch ein langer langer Weg vor mir. Es macht mich ungeduldig und unzufrieden, ich möchte voran kommen. Dass ich jetzt mit ganzer Energie starten kann, ist für mich und meinen Seelenfrieden sehr wichtig.

Meine Gefühle zum KiTa-Start

Ich bin keine Helikopter-Mama. Ich liebe mein Kind über alles und es steht bei jeder Entscheidung an erster Stelle. Aber wenn es glücklich ist, auch wenn ich nicht da bin, dann bin ich darüber nicht traurig, wehmütig oder kann nicht loslassen. Wir haben beide große Familien und daher hat Malou sicher acht oder mehr enge Bezugspersonen. Sobald Malou bereit war, haben diese auf sie aufgepasst. Wir haben ein enges familiäres Netz, was zu uns und unserem Alltag dazugehört. Das macht das Abnabeln jetzt für beide Seiten sicher einfacher. Ich habe die volle Verantwortung für Malou, aber ich bin in der Lage diese zu teilen und abzugeben, ohne mich deswegen wie eine schlechte Mutter zu fühlen oder mich um mein Kind zu sorgen.

Zu dieser Verantwortung gehört, dass Malou sich zu 100% wohl fühlt. Wir sind uns im Voraus sicher, dass sie das in der KiTa, die wir ausgewählt haben, tun wird. Klein, nicht modern sondern typisch rheinländisch und offenherzig, und bedürfnisorientiert. Wenn sie das wider Erwarten nicht tun wird, wird sie abgemeldet und wir suchen eine andere Lösung. So einfach ist das.

Ich bin aufgeregt, aber positiv. Freue mich richtig auf die Eingewöhnung und all‘ die Erfahrungen für Malou. Ich bin ein bisschen wehmütig, dass die Zeit so rennt, aber das nicht wegen dem KiTa-Start.

Nur manchmal sehe ich sie vor mir, wie andere Kinder gemein zu ihr sind oder sie im Trubel vielleicht ein Bedürfnis hat, das nicht gehört wird. Das wird sicher hart. Sie wird nicht verwöhnt, sie ist vollwertiges Mitglied dieser Familie und muss unsere Grenzen und Integrität genauso wahren wie wir ihre. Aber egal wo sie in unserer Familie und Freundeskreisen hinkommt: jeder ist einfach verzückt. Sie wird überall geliebt, gelobt. Bei einem „Nunu Wasser tinke“ springt jemand auf und holt ihr ein Glas, wenn sie „Duplo piele“ will, sitzen Oma und Opa liebevoll mit auf dem Boden. ZUM GLÜCK! Aber sie muss sich nun einordnen mit ihren Bedürfnissen. Und wird das sicher nicht immer verstehen, sich vielleicht alleine oder nicht gehört oder sogar nicht geliebt fühlen. Da zieht sich mein Mamaherz zusammen und ich möchte sie doch nicht in die große Welt entlassen. Aber ich muss, denn das sind meine Ängste. Nicht ihre. Und die werde ich nicht auf sie übertragen.

Also versuche ich an all‘ die vielen schönen Dinge zu denken, die wir ab Montag erleben werden. Denn die werden sicher überwiegen. Auf in das große Abenteuer. Auf in die große weite Welt, mein kleines Mupfelchen.

14

Schreibe eine Nachricht

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.