Mama Auszeit – Ein Wochenende nur für mich

04.27.2017

Am Wochenende geht es für mich drei Tage in meine Herzstadt Antwerpen zusammen mit den Menschen, mit denen ich vor 4 Jahren dort ein rauschendes halbes Jahr verbracht habe.

Bevor ich Papa Mupfel gefunden und wir gemeinsam das Mini Mupfel fabriziert haben, habe ich die sechs Monate ERASMUS als die schönste Zeit everever bezeichnet. Heute bin ich ein anderer Mensch, verbinde vor allem mein kleines zu Hause und meine Familie mit Glück. Und trotzdem tanzt mein Herz wenn ich an damals denke.

Ich liebe vieles, was mich als Mama ausmacht.

Natürlich sind unsere Kinder und unsere Familie unser größtes Glück. Sie geben uns eine Heimat, ein zu Hause und nichts tut einem Menschen so gut wie bedingungslose Liebe.

Ich liebe Malou und Papa Mupfel. Jeden Tag und aktiv. Nicht so nebenbei, sondern ich rufe sie an, wann immer ich nicht bei ihnen bin und eine Minute Luft habe, ich küsse sie im Schlaf, wenn sie aufwachen, einschlafen, wenn sie gerade in etwas vertieft sind und mein Herz hüpft, vor Stolz. Ich liebe meine Familie und habe jeden Tag Kontakt mit ihr. Ich weiß immer wo sie sind, was sie machen und wen sie lieben, über wen sie sich ärgern und was sie heute besonders gefreut hat.

Ich liebe es mit Malou alleine am Strand zu sitzen, weil wir beide ein perfektes Team sind und oft gar nichts anders brauchen als uns beide und ganz viel Zeit. Den schönsten Moment dieses Jahres hatte ich auf dem Sofa, mit Papa Mupfel und Malou und wir haben einfach nur Musik gehört und hunderte Sticker aufgeklebt. Ich brauch nicht viel um den perfekten Moment zu haben, die beiden erfüllen mich und mein Leben.

Aber diese Menschen und mein Alltag mit ihnen sind auch das anstrengendste, was mein Leben bisher hervor gebracht hat. So viel Verantwortung, nicht erst an sich sondern zuerst an die anderen beiden denken, sich selbst in Erziehungsfragen reflektieren, scheinbar nebenbei studieren, bloggen, Haushalt und Finanzen koordinieren.

Aber auch vieles, was da scheinbar nicht zu passt.

Es gibt Menschen, die sind dafür geboren. Die gehen darin auf und brauchen nichts anderes. Für meine Mama ist ein Alltag mit Haushalt, Arbeit und Hund anstrengend, aber er erfüllt sie. Aber wir sind alle so wahnsinnig unterschiedlich, dass wir nicht glauben müssen, dass das der einzige Weg ist, den man als Mutter gehen darf und sollte. Tut nicht das, was ihr denkt, das euch glücklich machen muss. Denkt darüber nach was euch fehlt, was euch früher glücklich gemacht hat.

Ich liebe es stundenlang zu lautem Bass und gutem Techno zu tanzen, das war und ist mein persönliches Maxim an Freiheit. Ich liebe es Menschen kennen zu lernen und sie für ein paar Minuten oder Stunden nah an mich heran zu lassen. Beim Klettern mit Jungs und Mädels, denen ich vorher noch nie begegnet bin, an einer Route zu knobeln. Wir teilen unsere Gedanken, unsere Freude, unseren Erfolg und leiden mit den anderen wenn der eine Zug immer noch nicht klappen will.

Ich liebe es in fremden Ländern mit einem Bier zu viel die einzige Deutsche zu sein, die ganzen Nacht englisch zu sprechen und für diese paar Stunden seine halbe Lebensgeschichte und den Abend im Club mit Franzosen, Belgiern und Spaniern zu teilen.

Was macht dich glücklich? Finde es!

Ist alles nicht sehr mama-like? Na und? Das bin trotzdem ich und die beste Mama ist doch eine Frau, die sich selbst nicht aufgibt und glücklich ist. Das gleiche wünsche ich mir für meinen Partner und mein Kind, denn nur so können wir unser Glück potenzieren. Das heißt nicht, dass man sich aus der Verantwortung ziehen darf oder sein Familienleben vernachlässigt. Auszeit ist Auszeit, wenn es etwas besonderes ist und nur dann akzeptabel, wenn die anderen nicht darunter leiden.

Papa Mupfel arbeitet sechs Tage die Woche und passt dieses Wochenende den Tag dazwischen plus seinen Feiertag alleine auf Malou auf. Nicht nur weil es genauso sein Job wie meiner ist, sondern weil wir immer versuchen den anderen so glücklich wie möglich zu machen. Auch wenn das manchmal heißt auf ihn zu verzichten, wenn man ihn gerne bei sich hätte.

An 48 Wochenenden im Jahr sind wir zusammen und kann man diese nicht noch intensiver genießen, wenn man an den anderen vier noch alles Glück tankt, dass man außerhalb seiner Familienblase findet? Was meint ihr und was würdet ihr an eurem Auszeit-Wochenende am allerliebsten tun? Wollt ihr überhaupt eins?

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