Reinvent Memories – Eine Reise in den Alltag meiner eigenen Kindheit

10.20.2017

Anzeige. Die Idee zu dieser wundervollen Blogreihe entstand zusammen mit HP.

Immer wieder lese ich Unser Alltag ist ihre Kindheit. Ein wunderschöner Spruch, der gerne geteilt, gerne als Bildunterschrift in sozialen Netzwerken genutzt wird. Aber sind wir uns dessen auch wirklich bewusst? Schaut man auf die Fotografien seiner eigenen Kindheit oder von Menschen, die diese Momente mit uns teilen möchten, so sieht man oft die besonderen, großen Augenblicke: Geburtstagsfeiern, Urlaube, lang geplante Ausflüge. Sie stechen hervor, weil wir sie durch Vorfreude und Aufwand besonders gut in Erinnerung haben. Weil wir denken, hey, genau diesen Moment, der ist etwas ganz besonderes, den müssen wir fotografisch und im Gedächtnis festhalten.

Kim John Payne, einer meiner Lieblingsautoren, hat es in seinem Buch Simplicity Parenting aber wunderbar umschrieben:

In the tapestry of childhood, what stands out is not the splashy, blow-out trips to Disneyland but the common threads that run throughout and repeat: the family dinners, nature walks, reading together at bedtime, saturday morning pancakes.

Ironischerweise habe ich das vor ziemlich genau vier Jahren als Bildunterschrift zu einem Urlaubsfoto genutzt, auf dem ich mit meinen Eltern zu sehen bin. Aber was mir damals bewusst wurde: Egal wie schön Urlaube oder Ausflüge, Geburtstage und Weihnachtsfeste waren, wenn ich an meine mehr als glückliche Kindheit denke, dann zähle ich ganz andere Dinge auf. Denn es sind die vielen Details, die diese feste Bindung zwischen uns Fünf gesponnen haben. Die kleinen, alltäglichen Momente. Und an diese haben wir uns einmal ganz bewusst erinnert, zusammen meine Baby- und Kleinkindalben durchblättert. Das war wunderschön, bewegend, es hat mein Herz sehr berührt. Und ich möchte euch daran teilhaben lassen:

Reinvent Memories Kindheitserinnerungen Rituale 2

Alleine von meinen ersten vier Lebensjahren gibt es fünf dicke Fotoalben, eins für die Schwangerschaft, eins für jedes Lebensjahr. Danach dünnt es sich langsam aus, auch weil es mit meinen Schwestern nun drei kleine Menschen gab, für die es Fotoalben anzulegen galt. Das erinnert mich ganz unbedingt daran, dass ich das Buch für das letzte Jahr auch noch fertig machen muss .. wir leben so digital, aber ich möchte dass Malou genau wie wir gestern Abend irgendwann durch ihre Kindheit blättern kann.

Was haben wir da gefunden?

Ich erinnerte mich vor allem an die Dienstage, die habe ich immer bei meiner Oma verbracht, dem liebsten und süßesten Menschen auf dieser Welt. Leider konnte sie weder gestern Abend mit uns durch die Bücher blättern, noch jemals mein kleines Malouchen kennen lernen. Aber ich weiß, dass sie gemeinsam mit meinem Opa oben im Himmel auf uns alle Acht gibt und bin so froh, dass mein Papa damals so viel fotografiert hat. An allen Ecken sehe ich sie in den Fotografien, ich als Kleinkind auf ihrem Schoß, sie lachend mit meinem Papa. Das schmerzt, aber es ist wahnsinnig schön so lebendige Erinnerungen an diese tausenden kleinen Momente mit ihr zu haben.

Eines meiner liebsten Fotos ist dieses hier mit meinem Papa beim Eierkampf. Wenn es hart gekocht Eier gab, haben wir immer weiter gegessen, nur um uns nach einem verloreneren Kampf revanchieren zu können. Etwas, was mir selbst gar nicht in den Sinn gekommen wäre, wenn es um Rituale aus meiner Kindheit geht, aber bei dem Bild mussten wir alle lachen. Das macht uns heute noch den größten Spaß, wenn wir Ostern zusammensitzen. Und wie man sieht, hat mein Papa das schon 1993 mit mir getan:

Reinvent Memories Kindheitserinnerungen Rituale Eierkampf

Dann erinnere ich mich an die vielen Auto- und Urlaubsfahrten, die wir erst zu Dritt, dann zu fünft hinter uns gebracht haben. Wir fuhren oft auf einen Campingplatz im Süden Frankreichs, Stunde um Stunde im heißen Auto. Klimaanlage oder atmungsaktive Kindersitze gab es Mitte der Neunziger nicht, also hätten die Fahrten schnell zu einem Desaster werden können. Wurden sie sicher auch so manches Mal. Aber woran meine Schwester und ich uns erinnern sind die Rätselblöcke, die Bücher die wir verschlungen haben, das Buchstaben suchen auf den Nummernschildern, Sandwiches und Hörspiele auf Kassette. Ich habe so viele tolle Erinnerungen an diese langen Fahrten, dass ich immer noch super gerne als Beifahrer lange Strecken im Auto fahre. Und auch diese haben wir fotografisch festgehalten:

Reinvent Memories Kindheitserinnerungen Rituale Urlaub 1994

Aber es gibt auch viele, wirklich ganz furchtbar alltägliche Fotos, die meine Eltern geschossen, entwickelt und eingeklebt haben. Diese haben mir besonders viel Freude bereitet. Auf einmal erinnerte ich mich an meine Puppe Lissi, die bis jetzt in den Tiefen meiner Kindheitserinnerungen verschwunden war. An die Holzspielzeuge, die meine Eltern immer und immer wieder mit mir bespielt, daran Farben benannt und geübt haben. An meinen kleinen Spielzeugtisch in unserer ersten Wohnung. An die Ausflüge mit meinem Cousin und an mein kleines Gitterbett. Ihr Alltag war meine Kindheit, meine wunderschöne Kindheit. Danke Mama und Papa, dass ihr sie so wundervoll gestaltet habt und immer alles für uns getan habt. Und danke, dass ihr alles so sorgsam für uns festgehalten habt, dass ich noch 25 Jahre später alles weiß als wäre es gestern gewesen!

Reinvent Memories Kindheitserinnerungen Rituale

 

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