Slow April & May

05.30.2017

Im April war ich nach meiner Blogpause ein wenig raus – unkreativ und gleichzeitig unmotiviert. Weil mein Blog eigentlich viel Liebe enthält habe ich es dann mit den Blogbeiträgen lieber sein gelassen statt mir aus Prinzip etwas aus den Fingern zu saugen. Deswegen fehlte auch die letzte Monatskolumne und wird hier  integriert.

Schau‘ ich mir die ersten Monate dieses Jahres an so war da: Stress – noch mehr Stress – endlich Urlaub, der dann aber auch wieder oft stressig war. Dafür meinten es die letzten beiden Monate sehr gut mit uns und das obwohl das Wetter im April so gar nicht mitspielte und die Uni rief. Aber Malou hat einen riesigen Sprung gemacht. Jeden Tag kommen neue Wörter hinzu, die man oft noch erraten muss, aber zuckersüß sind. Sie ist ein richtiger kleiner Schelm, lacht sich kaputt und macht es uns wirklich leicht durch den Alltag zu tanzen.

Was gut geklappt hat

Das Einschlafen! Da haben wir ja nie allzu große Probleme mit gehabt, zum Glück, denn das triggert mich am ehesten und macht mich viel zu schnell wütend. Aber Malou brauchte immer unsere Haare zum Wuscheln und Wieder-Einschlafen. Das war lange Zeit nervig bis schmerzlich, aber als Einschlafhilfe in Ordnung. Trotzdem war es natürlich nicht optimal, weil Malou uns jedes Mal wach gemacht hat und ohne unsere Hilfe dann nicht wieder einschlief. Wir haben nun eine Alternative ausprobiert, die auf wundersame Weise sofort angenommen wurde und uns viel Zähnezusammenbeißen erspart. Das erzähle ich euch bald mal in Ruhe in einem eigenen Blogpost!

Mit dieser Veränderung haben unsere Abende eine neue Qualität bekommen. Malou schläft ruhiger und kommt ganz alleine wieder in den Schlaf und wir haben viele Stunden für uns. Entweder für uns als Paar, was die letzten zwei Jahre sehr kurz gekommen ist, oder nebeneinander ganz für uns alleine. Auch wenn diese Zeit meistens für Uni oder den Blog draufgeht so tut es mir sehr gut, diese Arbeit ganz in Frieden und Ruhe erledigen zu können.

Außerdem hatte ich mir im Februar vorgenommen, Malou nicht mehr so viel anzuleiten. Und auf einmal hat sie sich selbst beigebracht Duplotürme zu bauen bzw. steckt viel lieber die Flächen nebeneinander zusammen. Sie kann die schiefe Ebene beim Turnen alleine hochgehen, weil sie einen Weg gefunden hat, wie es klappt. Beides hatte ich (erfolglos) versucht zu initiieren, weil ich dachte das müsse sie doch jetzt mal können oder „das ist doch gar nicht so schwer“. Doch! Mein Weg war (zu) schwer für Malou und nur indem ich darauf verzichte, ihn ihr aufzudrängen, konnte sie eigene finden.

Was manchmal klappt

Mein Projekt nicht mehr (exzessiv) zu loben, was ich mir auch im Februar gesetzt hatte, klappt manchmal gut. Oft vergesse ich es aber und mir fällt es dann auf, wenn Malou das Lob scheinbar gar nicht wahrnimmt oder mich sogar verdutzt anschaut. Dann merke ich: sie selbst freut sich gar nicht über das Geleistete, es war nicht so besonders, dass ich sie dafür loben muss.

Malou hat gerade eine Mama-Phase. Das heißt, dass wir uns gerade besonders lieb haben, aber auch dass ich alles mitmachen soll. Ich soll alles probieren, mitspielen, herkommen und möglichst nichts tun, woran sie gerade nicht teilhaben kann. Ist das nicht der Fall kommt ein „Mama, Mama, Maaaamaaa“-Schwall, der mich manchmal ganz schön genervt werden lässt. Dann schaffe ich es meistens kurz zu ihr zu gehen, ihr einen Kuss zu geben und zu sagen „Mama kommt gleich“ und dann im Nebenzimmer einmal ganz tief Luft zu holen. Aber so manches Mal entfährt mir auch ein nicht so nettes „Nein!“, „Was ist denn, Malou?“ oder ganz gemein „Malou, hör‘ jetzt auf damit“. Bringen tun all‘ diese Ausrufe nämlich nichts außer sie darin zu bestärken, dass sie sich gerade alleine bzw. nicht wahrgenommen fühlt. Die Alternative? Etwas lustiges daraus zu machen, auf jedes Maaaamaaa ein Maaaalouuu zu antworten, sie in die Trage zu packen und den Haushalt gemeinsam zu erledigen, ein Spiel daraus zu machen, so dass sie integriert ist oder sich einfach mit ihr und ihrem Buch hinzusetzen um die Zeit zu genießen. Es gibt so viele Alternativen, man muss nur wollen! Und manchmal da will ich nicht wollen. Das ist dann aber mein Problem und meine Laune und darf nie zu dem Problem meiner Tochter werden.

Was noch gar nicht klappt

Ich war am Anfang mal entspannt, was Malous Kratz-/Beiß-/Schubsattacken anging. Aber nachdem ich schon dachte, dass sie diese Phase überwunden hatte, kamen ein paar Situationen nacheinander die letzten Wochen. Statt gelassen zu reagieren und es ihr zu erklären habe ich geschimpft und gesagt „Warum machst du das??“. Sich auf die gleiche Ebene zu begeben und solche rhetorische Fragen zu stellen, die das Kind eh nicht beantworten kann war sicher nicht die richtige Möglichkeit. Da muss ich auf jeden Fall eine bessere Lösung finden, vorbeugen statt erst drauf reagieren. Und nicht so reagieren, wie es die anderen Mütter gerade von mir erwarten, sondern so, dass Malou mich wirklich versteht.

Ansonsten habe ich in diesen Wochen gar nicht viel zu bemängeln, weil wir gerade wirklich ein tolles Team sind.

Lieber Juni, ..

.. du darfst genauso sein wie diese letzten Mai Wochen. Da war ich auch mal kurz gestresst, genervt, wütend. Aber eben auch nur ganz kurz und das gehört ja irgendwie zum Leben dazu. Aber tagelang im Garten und im See sitzen, das macht mich so glücklich und das kleine Mupfelchen auch. Also, lieber Juni, sei so wie der späte Mai.

Slow Partenting Slow Living Unerzogen Blog

Die Gewinnerin des 50 Euro Babauba Gutscheins ist Sandra Jacoby. Herzlichen Glückwunsch!! 🙂 Melde dich doch bitte per Email oder Facebook-Nachricht bei mir.

16

Schreibe eine Nachricht

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.